Survivor in Französisch-Guyana

Nachdem ich ja in meinem letzten Beitrag schon berichtet habe, dass wir sieben einen sehr großen Kulturschock erlebt haben, haben wir an einem Abend sogar kurz daran gezweifelt, dass unser Abenteuer hier ohne Weiteres weitergehen kann -vor allem wenn die Lehrer, die unsere Mama und unseren Papa ersetzt haben, am Sonntag wieder nach Deutschland reisen. Wir haben uns aber für das Abenteuer entschieden und dafür #SURVIVOR zu sein.

Damit wir uns hier auch über weitere Distanzen fortbewegen können, haben wir nun einen Mietwagen bekommen – Gott sei Dank! Es müssen doch keine Lebensmittel für zwei Wochen gebunkert werden, wooohoo.

Die erste Woche ist nun schon vorbei und es ist so viel passiert, dass wir alle gefühlt einen Monat hier sind. Wir haben zahlreiche Lokale ausprobiert, haben den Strand des Öfteren besucht und beim ersten Mal ein super Postkarten-Motiv gefunden (Foto findet ihr weiter unten), haben einen Kaffee mit der Chefin der CSG (also des Raketenzentrums hier vor Ort. Wow.) getrunken, die uns dann auf die Gästeliste für die Kourou-Fashionweek gesetzt hat, hatten dann gestern auch noch eine Besichtigung durch das Raketenzentrum und, und, und…

Wir sind aber natürlich nicht nur zum Spaß hier, denn es ist immerhin ein AuslandsPRAKTIKUM. Wie schon berichtet, arbeite ich im archäologischen Museum hier vor Ort und darf mich kreativ austoben. Da meine Kamera sowieso immer dabei ist und ich mich hiermit als Hobbyfotografin oute, hat meine Chefin mir die Aufgabe übertragen, einen neuen Flyer für das Museum zu gestalten, an dem ich nun seit Montag voller Engagement beschäftigt bin. Kourou ist nämlich ein ziemlich kleiner Ort hier und vom Tourismus und Marketing sehr, sehr weit zurück – an meinem Flyer arbeite ich mit Libre Office 5 auf Französisch. Somit fuchse ich mich jeden Arbeitstag aufs neue durch die Einstellungen, die ich hinter den Begriffen auf Französisch vermute und lasse mich von deren Funktion überraschen. Natürlich kann ich etwas Französisch und man merkt jeden Tag, wie man mehr und mehr Unterhaltungen der Kolleginnen und Kollegen versteht, aber Zuhause habe ich eben nur Delf auf dem Niveau A1 gemacht.

Ich persönlich bin aber wirklich erstaunt, wie schnell der Kopf den Schalter auf andere Sprachen umstellen kann. Nachdem wir uns seit Beginn an auf Amateur-Französisch, Englisch oder untereinander auf Deutsch verständigt haben, hatte ich nach zwei Tagen schon Wortfindungsstörungen, wenn es darum ging etwas auf Deutsch zu erklären. Ehhm…give me a second.

Wir alle sind uns aber einig: Planen kann man seinen Tag hier nicht. Man hat zwar eine kleine Vorstellung davon, was man erledigen möchte, aber es wartet jeden Tag etwas völlig Unerwartetes und Neues auf einen. Plötzlich läuft einem eine riesen Vogelspinne über den Weg, man entschließt sich spontan dazu nach Feierabend an den Strand zu fahren oder ein Kakerlaken artiges Wesen mit Schmetterlingsflügeln sitzt über dem eigenen Kopf und schaut einen ganz freudig an, während man…mal eben austritt. RUN.RUN.RUN. Ich habe schon gesagt, dass ich mein eigenes Panini-Album erstellen werde, wenn ich wieder Zuhause bin und rein kommen Fotos von all‘ den entdeckten Tieren hier.

Schon wieder sitzen wir nun in unserem Bäcker nebenan und genießen unser Frühstück. Einen Cafè au lait, der jedes Mal anders aussieht und dazu ein frisch gebackenes Stück Baguette. Gleich geht es in den Zoo, der letzte Ausflug mit „Mami und Papi“ zu neunt in unserem kleinen gemieteten Bus.

Auch ich möchte mich zum Schluss hierüber nochmal bei Beiden für die viele Mühe, den Taxi-Service, Empfehlungen, Sprüche und Abenteuer bedanken. Auch Sie sind nun #Survivor. Einen guten Flug und tolle Rückreise zurück in die Heimat,

Kerstin Wollny.

Hier noch ein paar Fotos von der Fashionshow, die ich gemacht habe und auf die ich super stolz bin:

2 Gedanken zu „Survivor in Französisch-Guyana

  1. Barbara Stieldorf

    Liebe Kerstin,

    Ihre Fotos sind echt super schön!!! Haben Sie oder David schon der ESA-Chefin einen Link geschickt. Wenn Sie einverstanden sind würde ich gerne bei der Rheinischen Post und bei der ERASMUS-Agentur auf Ihren Blog verweisen.

    Bitte mehr Fotos…. auch von den Tieren aus Ihrem Panini-Heft!

    Außerdem macht es Spaß, Ihren Text zu lesen.

    Antworten

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